Im Jahr 1985 suchte der Musiker Limo eine Liveband. Limo hatte sich durch verschiedene Kassettenproduktionen in der internationalen Post-Punk-Neo-Psychedelia-Folk-Szene der frühen 1980er-Jahre einen Namen gemacht und hatte nun die Gelegenheit, mit seinen song eine Tour durch die Schweiz zu machen. Allein - ihm fehlte die Liveband, denn er hatte die meisten Songs bisher in der heimischen Garage alleine oder durch Unterstützung einiger Freunde aufgenommen. Der Zufall wollte es, dass der Drummer Mikk, der Limo bei dem Tape-Projekt „Put it on the Flipside“ unterstützte, in einer Band spielte, die kurz zuvor auseinandergebrochen war. Mikk brachte kurzerhand seine Mitstreiter Gasi und Hanz zu einer Probe mit - das war die Geburtsstunde der Shiny Gnomes im Oktober 1985 in einem Übungsraum in Nürnberg-Gostenhof.

Limos Stil - Sixties-Garage-Punk/Pop/Psych bildete nun den  Ausgangspunkt für eine rasante Bandentwicklung: Im Februar 1986 Aufnahmen für die erste Sigle „Sexmaniac“, im April die Schweiz-Tour und unmittelbar anschließend das Debutalbum „Wild Spells“ (Pastell, 1986). Wenn das aktuelle Album 30 Jahre später wieder die „Garage“ im Titel führt, dann ist das natürlich auch Programmatik und es schließt sich ein Kreis. 

Die Band um Limo (voc/git), Hanz (bass/voc), Gasi (keyboards) und Mikk (dr) erweiterte den Stil um Country- und Pop-Zutaten auf ihrer zweiten Veröf- fentlichung „Some Funny Nightmares“ (Pastell/Polydor, 1987).

Der Wechsel zum Major-Label Polydor konsolidierte all dies auf „Fivehead“ (1989), mit dem neuen Schlagzeuger Ufo, produziert von Dave Young. Alle, einschließlich der Presse, waren voll des Lobes, nur die Band war unzufrieden. „Fivehead“ erschien ihnen zu straight und nicht so energiegeladen wie die Vorgänger.

Eine Rückkehr zu Breitwand-Psychedelik gelang dann mit „Colliding“ (1990). Produzent Chris Allison und Co-Produzent John Leckie animierten die vier Nürnberger aus dem vollen Psych-Wunderhorn zu schöpfen. Was jedoch für die Band ein künstlerischer Triumph, war für Polydor ein finanzieller Flop. 

 

Der Wechsel zu Our Choice/Rough Trade brachte der inzwischen zum Trio geschrumpften Band mit Limo, Hanz und Ufo wieder Selbstbestimmung und neue Ideen. In Eigenproduktion und ohne Gasi (der später zurückkehrte), ent- standen die vielbeachteten Alben „Innocent Aval“ (1992), „Orange“ (1993), „MC Creatrix“ (1994) und „Weltraumservice“ (1996)

Der Einsatz elektronischer Elemente ab „MC Creatrix“ und zusätzlich deutscher Texte auf dem ’96er Album „Weltraumservice“ bedeutete dann für die Shiny Gnomes der Höhepunkt und gleichzeitig vorläufiger Schlusspunkt ihrer musikalischen Reise. 

Nach dem Live-Album „Cowboys of Peace/Live 2002“ (Sireena, 2003) und „Spirit of the Band“ (Musical Tragedies, 2008) melden sich Limo, Gasi und Dorit Lacusteanu (drums/voc) nun 2015 mit Vehemenz und Soul auf ihrem Album „Garage X“ (Fuego, 2015) zurück. In neun neuen Songs von Limo öffnen die Shiny Gnomes nun ihre Rock‘n Roll-Garage - und schillernde Tracks wie das epische „Fontana Sun“, die Swamp-Feedback-Orgie „Don‘t Stop“ oder der Phasing-Pop sprühender Synthies von „This Cruel World“ kommen zum Vorschein. 

 

Mit dem neuen Bassisten Andreas Rösel, einem leidenschaftlichen und virtuosen Musiker, ausgestattet mit einem enzyklopädischen Wissen über 60 Jahre Popgeschichte, bricht die Band nun zu neuen Ufern auf. The Mind Party goes on!



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